Jesus selber heilte Kranke, Blinde, Lahme, Aussätzige und Besessene.
Mit diesen Machttaten machte er deutlich, dass das Reich Gottes mit ihm angebrochen sei. Lk10, 9 – Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt den Leuten: Das Reich Gottes ist euch nahe – enthält den allgemeinen Auftrag an die Jünger, zu heilen. In Jak 5, 13-15 – „Ist einer von euch bedrückt? Dann soll er beten. Ist einer fröhlich? Dann soll er ein Loblied singen. Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben – wird die Praxis der Urgemeinde dargestellt, die bereits die wesentlichen Elemente der Krankensalbung umfassten: Gebet – Salbung mit Öl – Sündenvergebung.
„Das Sakrament der Krankensalbung wird jenen gespendet, deren Gesundheitszustand bedrohlich angegriffen ist. Die Krankensalbung ist nicht nur das Sakrament derer, die sich in äußerster Lebensgefahr befinden. Daher ist der rechte Augenblick für ihren Empfang sicher schon gegeben, wenn der Gläubige beginnt, wegen Krankheit oder Altersschwäche in Lebensgefahr zu geraten“ (SC 73) Wenn der Kranke dazu in der Lage ist, kann der Salbung die Beichte vorausgehen und der Empfang der Kommunion folgen. Falls der Kranke aufgrund seines Zustandes dazu nicht mehr fähig ist, wirkt das Sakrament der Krankensalbung als völlige Sündenvergebung ohne Beichte.
Die Salbung mit Öl – Stirn und Handinnenflächen – bringt zum Ausdruck, dass der ganze Mensch mit dem Kleid der Ewigkeit umhüllt werden soll. Dem Menschen, der durch die Krankheit so seine Begrenztheit erlebt, wird zugesagt, dass er Zukunft hat: eine ewige Zukunft.
Der Kranke wird auf sakramentale Weise mit Jesus dem Gekreuzigten verbunden. Sein Leiden bekommt von daher einen neuen Sinn – und viele Menschen erleben eine neue Kraft und neuen Mut. So ist die Krankensalbung zutiefst liebende Umarmung Gottes.